Die Südthüringer Zeitung ist ein Kind der Wende und heute wohl die letzte Zeitungsneugründung mit Vollredaktion aus dieser Zeit. Die Kerzen der friedlichen Demonstrationen waren kaum erloschen und der “Eiserne Vorhang” gerade gefallen, da trafen sich im Fuldaer Verlagshaus Parzeller drei kreative Köpfe. Peter H. Leibold, Knut Bauer und Jens Schmidt wollten eine neue Zeitung ins Leben rufen. Eine Zeitung von Thüringern für Thüringer sollte es werden.
Die Idee umzusetzen, war alles andere als einfach. Geeignete journalistische Profis waren für ein solches Projekt kaum zu finden. “Quereinsteiger” aus anderen Berufen sprangen in die Bresche, mussten selbst die Kunst des Zeitungsmachens noch lernen. Genauso schwierig war es, erfahrene Zeitungsmacher aus dem Westen zur Geburtshilfe zu gewinnen. So kam schließlich ein Team von jungen, hochmotivierten, aber nur zum Teil berufserfahrenen Leuten zusammen, das nun täglich die stz schreiben und redigieren sollte.
Viele Hindernisse waren zu bewältigen, bevor es am 8. März 1990 endlich soweit war. Erstmals erschien die stz als jüngstes Kind des Verlages Parzeller auf dem Markt, und zwar in den Kreisen Bad Salzungen, Schmalkalden, Eisenach und Meiningen. "Mit uns in die Zukunft" war der Slogan, den sich die Gründer auf die Fahnen geschrieben hatten. Und der Erfolg stellte sich schnell ein. Immer mehr Menschen abonnierten diese Zeitung, die frech, furchtlos und auf unkonventionelle Art und Weise auch heiße Eisen anfasste. Bald waren die Kinderschuhe abgestreift und die Entwicklung in Redaktion, Vertrieb und Anzeigengeschäft ging rasant voran.
Viele, vor allem neugegründete Zeitungen mussten in den letzten Jahren aufgeben. Die Südthüringer Zeitung konnte ihre Position gegenüber Mitbewerbern behaupten. Auch in wirtschaftlich problematischen Zeiten konnte sie ihre Auflage nicht nur halten, sondern sogar ausbauen. Gründe dafür waren und sind sicherlich die kontinuierliche Beobachtung des Marktes, die Bereitschaft aller Mitarbeiter, sich mit dem Produkt zu identifizieren und der Mut, nicht zu reagieren, sondern auch zu agieren.
Ein wesentliches Rezept für den Erfolg der stz macht auch heute noch die starke Verwurzelung mit der Region aus. Die Redaktion ging an die Leserfront. Neben der Zentralredaktion, die für den breiten Sportteil und den Mantel zuständig ist, etablierten sich starke Lokalredaktionen in Bad Salzungen, Schmalkalden sowie in Dermbach/Rhön. Am 1. Juli 1992 wechselte die stz aus dem Verlag Parzeller zur Suhler Verlagsgesellschaft und gehört seitdem zur Gruppe des Süddeutschen Verlages München. Mit einer Auflage von ca. 18.000 Exemplaren erscheint die stz heute mit den Lokalausgaben Bad Salzungen und Schmalkalden.









