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OBERHOF – Das Abschiedsrennen des wohl erfolgreichsten deutschen Biathleten aller Zeiten im Rahmen der deutschen Meisterschaften wird die Traversen in der Arena restlos füllen. Für die drei Meisterschaftsentscheidungen am Samstag inklusive dem Abschiedsrennen von Sven Fischer sind bereits über 6000 der 7500 Tickets geordert. Da viele von weit her angereisten Sven-Fischer-Fans über das gesamte Wochenende am Rennsteig bleiben, sehen sie sich auch die Titelkämpfe am Sonntag an. Denn auch dafür sind schon 2000 Karten verkauft worden. Da der Ticket-Run ungebrochen ist, haben die Gastgeber bereits eine „Notvariante“ aus der Schublade geholt. Es wird eine erweiterte Tribünenvariante im Stadion geben. Die Organisatoren vom WSV Oberhof wollen damit allen Zuschauern die Möglichkeit einräumen, das Geschehen in der Arena einschließlich der Überraschung beim Fischer-Rennen hautnah erleben zu können.
Nicht nur ausgemachte Biathlon-Fans, auch viele Allgemein-Sportkonsumenten wollen den letzten großen öffentlichen Auftritt des 36-jährigen Schmalkalders in seiner Sportart miterleben. Hat doch der fünffache Olympiasieger und achtfache Weltmeister die Menschen in der Wintersportwelt seit 1993 mit seinen rasanten Wettkämpfen in den Biathlonstadien und an den Fernsehbildschirmen begeistert.
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Ausgemustert und abgeschoben
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Frank Ullrich setzte auf Sven Fischer
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Das war der Beginn einer beispiellosen Sportkarriere. Noch in der gleichen Saison gewann der Newcomer gemeinsam mit Frank Luck, Fritz Fischer und Steffen Hoos im bulgarischen Borowez dem WM-Titel im Teamwettkampf. In den folgenden 14 Jahren fischte Fischer Edelmetall en massè: Insgesamt stand er bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und Weltcupwettkämpfen 150 Mal auf dem Siegerpodest, 33 Mal auf der obersten Stufe. Zweimal gewann der Ausnahmesportler den Gesamtweltcup, achtmal den Disziplinweltcup. Nach drei Olympiasiegen mit der deutschen Staffel, olympischen Staffelsilber sowie einem Silber- und Bronzeplatz bei olympischen Einzelwettkämpfen gelang dem Thüringer bei den Spielen in Turin 2006 der ganz große Erfolg: Olympiasieger im Biathlon-Sprint. Unvergessen sind die Fernsehbilder, als sich Sven Fischer, sein Vater Willi Fischer und Frank Ullrich minutenlang in den Armen lagen.
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König Harald zog die Mütze
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Für seine Verdienste um die deutsch-norwegische Freundschaft wurde Sven Fischer eine besondere Ehre zuteil: Nach Günter Jauch und Sandra Meischberger bekam er 2004 als dritter Deutscher beim Weltcup in Ruhpolding von der norwegischen Botschaft die Auszeichnung „Goldener Lachs“ überreicht. Das norwegische Fischereiministerium setzte noch einen drauf: Fischer bekam zur Trophäe noch eine Tonne Lachs geschenkt. „Ich dachte mir, das ist eine gute Gelegenheit, um einmal etwas für Leute der Generation zu tun, die nach dem Krieg den Reichtum in beiden Ländern geschaffen haben“, erinnert sich Sven Fischer. Eine halbe Tonne Lachs ging an ein Altenheim in Oslo, die andere halbe Tonne in Altenheime der Heimatregion.
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„Körper und Geist müssen eine Einheit bilden“
Sven Fischer
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Freilich denkt der Biathlon-Heros, der längst zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt Schmalkalden ernannt wurde, nach all den großen sportlichen Erfolgen und gesellschaftlichen Anerkennungen auch an die schweren Anfänge und bitteren Niederlagen zurück. Es spricht für seine Größe, dass er zu seinem Abschiedsrennen viele seiner schärfsten sportlichen Kontrahenten eingeladen hat. Auch die Trainingskameraden von der ehemaligen KJS in Oberhof, die ihm, dem Kleinsten der Gruppe, das Leben oft nicht leicht gemacht hatten. „Ich freue mich, dass alle aktuellen deutschen Elite-Biathleten und die einstigen Cracks meinen Abschied vom Leistungssport mit mir feiern wollen. Einige der besten russischen Skijäger werden ebenfalls dabei sein“, erklärt Sven Fischer. Ein wenig bedauert er, dass die österreichischen Biathlon-Asse wegen der Hochzeit ihres Stars Christoph Sumann, ie ebenfalls am Samstag ist, nicht kommen können. Gern hätte der Schmalkalder auch die beiden französischen Ausnahme-Skijäger Poiree und Defracne am Samstag in Oberhof begrüßt. Beide mussten ihrem langjährigen deutschen Sportkameraden wegen langfristig geplanter Termine absagen.
Wenn dem ausgemachten Familienmenschen Sven Fischer künftig überhaupt etwas fehlen wird, dann sind es vor allem die kameradschaftlichen Beziehungen zu seinen sportlichen Gegnern aus aller Welt.






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