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Erschienen am 06.09.2007 00:00
FUSSBALL: 2. BUNDESLIGA
Hammer: 20 Millionen Euro für Carl Zeiss Jena
Zweitligist FC Carl Zeiss Jena ist nach dem FC Schalke 04 der zweite deutsche Fußball-Club, der mit russischen Millionen nach sportlichem Erfolg strebt.

JENA Die Thüringer und die russische „Alpha Invest Group Corporation“ stehen unmittelbar vor dem Abschluss eines Fünf-Jahres-Vertrages, der dem Zweitligaclub mindestens 20 Millionen Euro einbringen soll. Als Gegenleistung soll der Mischkonzern mit Sitz in Moskau eine 49-prozentige Beteiligung an der Spielbetriebs-GmbH des Vereins erhalten. „Die Verträge sind unterschriftsreif. Doch zuvor müssen noch die Deutsche Fußball Liga und 75 Prozent unserer Mitglieder ihre Zustimmung geben“, sagte Präsident Rainer Zipfel am Mittwoch.

Schalke hatte sich im Oktober 2006 mit der ersten deutsch-russischen Partnerschaft opulente neue Finanzquellen erschlossen. Der Sponsoring-Vertrag mit dem weltweit größten Erdgas-Förderunternehmen Gazprom bringt den Knappen bis 2012 im Optimalfall bis zu 100 Millionen Euro ein.

In diese Dimensionen stößt Jena nicht vor. „Das ist wie ein Märchen“, meinte Zipfel angesichts des lukrativen Geschäfts, für das sich neben mehreren Erstligisten auch Ligakonkurrent Erzgebirge Aue interessieren soll. „Wir sind absolut überzeugt, dass dies der richtige Weg ist.“ Bei dem Unternehmen handele es sich um eine seriöse Firma, mit der große börsennotierte deutsche Konzerne Geschäfte machen würden. „Dann können wir das als Fußballverein auch“, bekräftigte Zipfel.

Die Partnerschaft, die über einen Frankfurter Anwalt und russische Mittelsmänner angebahnt wurde, ist zunächst auf fünf Jahre angelegt. In dieser Zeit zahlt die Alpha Invest Group jährlich zwischen vier und fünf Millionen Euro an Carl Zeiss. Bei einem Aufstieg der Thüringer in die erste Liga verlängert sich der Kontrakt, der nur in der Bundesliga Gültigkeit hat, um weitere drei Jahre. Als Gegenleistung verlangt der Investor eine durch die Statuten der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auf maximal 49 Prozent beschränkte Beteiligung an der Spielbetriebs-GmbH sowie einen von zwei Geschäftsführerposten in der Gesellschaft. Das Unternehmen wird aber auf eigenen Wunsch nicht als Haupt- oder Trikotsponsor auftreten. Zudem ist nach Vereinsangaben fixiert worden, dass die Gewinne der GmbH nicht ausgezahlt, sondern in Spieler und Infrastruktur reinvestiert werden.

Die Ambitionen der Alpha Invest Group sind dagegen unklar. „Das sind zwei junge Männer, die viel Geld haben, begeisterte Fußballfans sind und im Fußballgeschäft mitmischen wollen“, erklärte Zipfel die Beweggründe des künftigen Partners, der langfristig mit dem Verein in die Bundesliga aufsteigen will.

Im Januar überwies das russische Unternehmen bereits 500 000 Euro an Carl Zeiss und vermittelte die Transfers der georgischen Nationalspieler Mikhail Aschwetia und Georgi Lomaia, die maßgeblichen Anteil am Klassenverbleib der Thüringer hatten. Zipfel zeigte sich zuversichtlich, für den Vertragsabschluss die nötige Zweidrittelmehrheit bei der Mitgliederversammlung am 29. September zu erhalten. Sein ehrenamtliches Engagement will der Präsident damit jedoch nicht verknüpfen: „Wenn der Investor nicht kommt, wird in Jena trotzdem weiter Fußball gespielt.“

 
 

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