Stefan Koch, Vorsitzender des Sven-Fischer-Fanclubs: „Es hat sich in den letzten Wochen angedeutet. Sven hat mir im April gesagt, dass er wahrscheinlich aufhört. Deshalb war ich nicht ganz so sehr überrascht. Trotzdem habe ich bis zuletzt gehofft, dass er es sich noch anders überlegt, denn es ist sehr schade. Er ist 36 und hat immer gesagt, Körper und Geist müssen eine Einheit bilden. Körperlich hat er sicher noch drauf, unter die Top 10 zu kommen, aber wenn der Kopf nicht mehr will ... Schade ist es auch deshalb, weil mit Raphael Poiree noch einer aufgehört hat, der Ole Einar Björndalen hätte ärgern können. Ich hoffe nur, dass Frank Ullrich noch eine Weile weitermacht. Was mit dem Fanclub wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht werden wir unter dem Namen weitermachen, denn Biathlonsport gibt es weiterhin und wir sind eingefleischte Fans. Wir haben seit der Gründung 1999 viele schöne Erlebnisse gehabt, denn in der Gemeinschaft kann man besonders gut feiern. Gerne erinnere ich mich an die WM 2003 in Khanty Mansisk. Schon der Flug mit russischen Inlandsmaschinen war einmalig und die Leute waren sehr freundlich. Wir werden uns demnächst zur Abschlussfeier treffen und dann über die schöne Zeit reden.“
Ralf Liebaug aus Mittelstille: „Es war abzusehen, dass er irgendwann aufhört. Schließlich ist er nicht mehr ganz so jung. Und wie es nächste Saison ausgesehen hätte, weiß keiner. Außerdem hat er schon richtig was geleistet. Von daher sei ihm der Ruhestand gegönnt. Und auch die Stadt hat ihm richtig was zu verdanken. Denn der Name Sven Fischer ist mit der Stadt verbunden.“
Martina Bogen-Wendt, für Sport zuständig in der Schmalkalder Stadtverwaltung: „Zum Empfang, den die Stadt im März gegeben hat, hatte ich noch eine kleine Hoffnung, dass er noch eine Saison dranhängt. Er war dort entspannter als in den letzten Jahren. Ich bin froh, dass die Stadt nach ihm die Fischer-Linde benannt hat. Da wird man in vielen Jahren noch davon sprechen. Letztes Jahr, als seine Absage kam, das Stadion nach ihm zu benennen, haben wir uns zwar erst geärgert, aber mittlerweile denke ich, dass die Entscheidung richtig war. Und wir müssen auch alle akzeptieren, dass er das Zigeunerleben satt hat und seine Familie vergrößern will. Das sind ja auch schöne Sachen. Sven Fischer ist unser bekanntester Schmalkalder. Die jetzige Popularität des Biathlonsports hängt sehr mit seinem Namen zusammen. Der Biathlon-Hipe hat richtige feste Gemeinschaften, wie den Fan-Club, gebildet. Wir wünschen Sven alles Gute für die Zukunft.“
Sarah Müller aus Schmalkalden: „Es ist schade für den Biathlonsport, weil er immer relativ gut war. Dafür hat er jetzt mehr Zeit für die Familie, vor allem auch für seine Frau.“
Bernd Gellert, Bürgermeister der Stadt Schmalkalden von 1994 bis 2006: „Es ist sehr bedauerlich, dass Sven Fischer aufhört. Ich hätte mir gewünscht, dass er noch einmal in die Verlängerung geht. Aber wer sich selbst so viele Jahre geschunden hat, hat auch das Recht, nun mal an sich und seine Familie zu denken. Nun ist der Bundestrainer mit Sven und Ricco Groß aber gleich zwei Leistungsträger auf einmal los. Das wird schwer. Für die Stadt Schmalkalden und die gesamte Rennsteigregion war er der Imageträger. Deshalb war es auch die richtige Entscheidung, Sven Fischer schon 1999 zum Ehrenbürger der Stadt Schmalkalden zu erklären, weil er sehr wohl das Aushängeschild für die Stadt ist. Da er als Kommentator weiter in der Öffentlichkeit stehen wird, ist das auch weiterhin gut für Schmalkalden.“
Carsten Bach aus Schmalkalden: „Klar ist es schade, dass er aufhört. Wenn er keine Lust mehr hat, ist das seine Entscheidung. Für mich ist das nicht nachvollziehbar, denn er hätte auch noch weitermachen können. Eine Ikone wird er bleiben, denn sein Denkmal hat er sich gesetzt.“
Ralf Luther, Landrat des Landkreises Schmalkalden-Meiningen: „Ein kleines bisschen überrascht bin ich schon. Zum Empfang in Schmalkalden hat er gesagt, dass er noch mit seinen Trainern sprechen möchte, aber ich hatte den Eindruck, dass er weitermachen will. Aus Sicht des Sports tut es mir leid, aber menschlich kann ich sehr gut verstehen, dass er aufhört. Gerade als eingefleischter Fan weiß ich, dass Leistungssport eine harte Geschichte ist. Deshalb kann ich nachvollziehen, dass er sich stärker seiner Familie und seiner beruflichen Zukunft zuwenden möchte. Ich mag den Sven ungemein. Seine Leistungen sind bewundernswert und auch vom Menschlichen her hat er sehr viel für die Region getan. Er kann immer mit meiner Unterstützung rechnen, wenn er sie mal brauchen sollte. Sven ist stets auf dem Boden geblieben. Das zeigt auch die Art und Weise seines Rücktritts, ohne große Erklärungen. So bescheiden, wie er eben ist.“ (swo/kew)

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