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Schmalkalden - Die vier "A" - alles anders als andere - sind das Motto der Schönbrunn Haus- und Umwelttechnik. Kürzlich feierten Firmengründer Frank Schönbrunn, Mitarbeiter, Familie und Freunde das 20-jährige Betriebsjubiläum. Es ist eine Erfolgsgeschichte. Aber - "ich habe kontinuierlich alle zwei, drei Jahre eine vor die Mütze gekriegt", sagt Frank Schönbrunn. Er weiß: Man muss immer wieder aufstehen.
Schönbrunn stammt aus Blankenhain bei Weimar. Er absolvierte eine Lehre als Heizungsinstallateur und studierte Maschinenbau in Magdeburg und Schmalkalden. Das Studium beendete er in der Fachrichtung Instandhaltungstechnik. Er arbeitete im Heizungsbau und im Forschungszentrum der Werkzeugindustrie als Ingenieur. Als Tüftler, der immer auf der Suche nach neuen Lösungen ist, hat er sich dort einen Namen gemacht. Frank Schönbrunn meldete viele Patente an, teilweise mit Kollegen. Die automatische Abisolierzange wird heute noch in Steinbach-Hallenberg hergestellt. Damals gab es 700 Ostmark für das Patent, Patentinhaber wurde immer das Forschungszentrum.
1989 war dem damals 31-Jährigen klar, dass es mit dem Forschungszentrum nicht weitergehen würde. Er machte sich auf in die alten Bundesländer und dort mit der modernen Heiztechnik vertraut. Abends befasste er sich damit, wie Angebote mit dem Computer kalkuliert und erarbeitet werden. Zuerst stand die Frage, mit der Familie in die alten Bundesländer zu ziehen. Oder aber in Schmalkalden zu bleiben und sich hier selbstständig zu machen.
"Es war zu jener Zeit einfach, wildfremde Leute kennenzulernen, die einen unterstützten", erinnert sich Frank Schönbrunn an die Firma Daum aus Hessen, die sein Geschäftspartner wurde. Am Tag der Währungsunion, am 1. Juli 1990, machten sie in Schmalkalden ihre gemeinsame Firma auf. Weil ein Geschäft in einer Sackgasse mit schwierigem Zugang nicht zu führen ist, machten sich die beiden Kompagnons bald auf die Suche nach einem geeigneten Firmengelände. An der Ecke Kasseler/Rentenmarkstraße wurden sie fündig und kauften ein Wohnhaus. Dieses bauten sie zum Wohn- und Geschäftshaus aus.
Frank Schönbrunn bezeichnet es als Glück, dass er den Elektromeister Günter Bonß aus dem WKS damals für seine Firma gewinnen konnte. Mit der Zeit wurden weitere Monteure eingestellt und mit der neuen Heiztechnik vertraut gemacht. Dazu gehörten auch Schulungen und Arbeiten im Partnerbetrieb in Hessen. In Spitzenzeiten standen 16 Mitarbeiter bei Frank Schönbrunn in Lohn und Brot. Heute sind es zehn. Acht Lehrlinge hat er ausgebildet und teilweise übernommen. 1999/2000 gab es einen entscheidenden Einschnitt. Der Bauboom ebbte ab und die Geschäfte der Schönbrunn GmbH liefen nicht mehr so gut. Außerdem hatten einige Bauträger die Rechnungen trotz mängelfreier Übergabe nicht bezahlt.
Der Tod seiner zweiten Frau hat Frank Schönbrunn sehr getroffen und bedeutete gleichzeitig einen Einschnitt in die Entwicklung der Firma. Seine Frau habe immer gesagt, als Ingenieur könne er mehr, müsse anderes anbieten als immer nur Angebote umsonst zu schreiben. Nun entwickelte er das Unternehmen zu einem Zwischenschritt vom Ingenieurbüro zur ausführenden Firma. Gleichzeitig wurde das Motto der vier "A" geboren.
Nicht das billigste, sondern das wirtschaftlichste Angebot zählte jetzt. Frank Schönbrunn kann eine ganze Palette alternativer Energien und Lösungen anbieten, die zum jeweiligen Kunden passen. Wie zum Beispiel Geothermie in einer Großpumpenanlage am Bodensee, die von Schmalkalden aus überwacht und geregelt wird. In Firmen im Gewerbegebiet Ost wird Wärme aus Härterei- oder Kühlanlagen genutzt, um die Büroräume zu heizen.
Das Konzept, die Objekte selbst zu planen, technische Lösungen anzubieten und die Anlagen zu warten, ging auf. Frank Schönbrunn zählt heute langjährige Privatkunden, Betriebe, Sparkassen und Banken, Asphaltmischanlagen oder Wohnungsunternehmen zu seinen Kunden. Von der Erstanalyse über die Thermographie sowie den Energieberatungsbericht mit Variantenvergleich, Kostenanalyse und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wird für den jeweiligen Kunden die wirtschaftlichste Optimalvariante gefunden. Eine der Grundlagen ist eine Qualifikation zum Energieberater für Wohngebäude und Betriebe. Entsprechende Zulassungen wurden bei der KfW-Bank, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Deutschen Energie Agentur (DENA) zertifiziert.
Seit einiger Zeit zieht ein lang gezogenes Dach mit einer Photovoltaikanlage die Blicke auf das Firmengebäude in der Kasseler Straße. Vor allem gute Werbung ist es, aber auch ein Carport für die Mieter und Lagerplatz für die Firma. "Das konnten wir wieder ohne Bankkredite bauen", erzählt Frank Schönbrunn zufrieden.
Gern würde die Firma junge Leute in dieser Zukunftsbranche ausbilden. Aber Bewerbungsgespräche und Tests in den letzten drei Jahren seien "eine Katastrophe" gewesen. An den Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär, Heizung und Klima werden hohe Anforderungen gestellt. Nicht umsonst beträgt die Lehrzeit dreieinhalb Jahre. Für Frank Schönbrunn ist es wichtig mit gutem Beispiel voranzugehen und mit Hilfe geschulter Mitarbeiter alternative Technik zur Kostenreduzierung dem Kunden "schlüsselfertig" zur Verfügung zu stellen. Dankbar ist der Unternehmer, dass ihn seine neue Lebenspartnerin stark unterstützt. Ebenso kann er auf echte Freunde und motivierte Mitarbeiter zählen.


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