Wasungen - Bürgermeister Manfred Koch und Mitglieder des Wasunger Grundstücks- und Bauausschusses trafen sich im Rathaus mit Vertretern des Straßenbauamtes Südwestthüringen und der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH). Im Mittelpunkt der Tagung stand das Bauvorhaben Umgehungsstraße B 19 in Wasungen.
Die DEGES ist kürzlich vom Land offiziell mit der Erstellung der Planfeststellungsunterlagen und dem Planfeststellungsverfahren beauftragt worden, erläuterte Bürgermeister Koch. Dies nahmen DEGES und Straßenbauamt zum Anlass, um das Projekt mit Vertretern der Stadt durchzusprechen.
"Im Prinzip war es eine Vorstellungsrunde. Die DEGES ist beauftragt, die Ortsumfahrung mit Tunnel zu planen. Das heißt, dass es nach der Linienbestimmung nun konkret wird. Die gesamte Planung für den Korridor muss jetzt konkretisiert und bis zum Baurecht geführt werden", erläuterte Koch.
Die DEGES ist nun für das Planfeststellungsverfahren zuständig, das in einem Planfeststellungsbeschluss münden wird. Danach kann die Baugenehmigung erfolgen. "Bis das alles abgeklärt ist, vergeht Zeit,", sagt der Bürgermeister. Der Vorgang sei in der Regel recht kompliziert und umfangreich. Es geht schließlich auch um viel Geld. Bei Gesamtkosten von mehr als 60 Millionen Euro wird unter anderem untersucht, wo man noch sparen könnte.
Mehr als 60 Millionen Euro
Von den mehr als 60 Millionen Euro werden rund 70 Prozent für den Tunnelbau eingeplant. Weit über zehn Millionen sind für die 600 Meter lange Brücke vorgesehen.
Die entscheidenden Hürden, betonte Wasungens Bürgermeister, seien genommen. Die erste sah er in der Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan. Mit dem Vermerk "Vordringlicher Bedarf" bekam das Wasunger Projekt eine Sonderstellung. Vorhaben mit diesem Stempel genießen Priorität. Und sollen bis 2015 begonnen sein.
Mit dem Raumordnungsverfahren, das in eine vom Bundesministerium bestätigten Linienführung mündete und die Ostumfahrung mit Tunnel festschrieb, haben die Wasunger eine weitere Bestätigung erhalten, dass ihr ersehntes Vorhaben in Arbeit ist. Die Auftragsvergabe an die DEGES war die nächste Hürde auf dem Weg zum Ziel, die Sicherheit gibt. "Die Mitarbeiter der DEGES wollen zügig arbeiten und zum Baurecht kommen", berichtete Koch von der Tagung.
Er persönlich glaubt noch nicht so recht daran, dass im Jahre 2015 der Startschuss für den Bau der Ortsumfahrung folgt. "Dazu ist es insgesamt zu kompliziert", meint Koch. "Das gesamte Verfahren ist so umfangreich, dass sich ein Außenstehender kaum ein Bild davon machen kann."
An einer konstruktiven Zusammenarbeit ist allen Seiten gelegen, fasste Bürgermeister Koch zusammen. "Es war ein sehr offenes Gespräch, das uns vorwärts gebracht hat. Dies wird fortgeführt." Koch erinnert sich noch an das Jahr 1998, als die Bürger der Stadt über verschiedene Trassenführungen von der Bahnparallele bis zum Tunnel diskutierten. Zwölf Jahre später sei man entschieden weiter: "Jetzt sind wir mit dem Tunnel, für den ich immer plädiert habe, auf dem richtigen Weg." ob

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