Südthüringer Zeitung

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Erschienen am 03.07.2009 00:00
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Einfach hin und weg - so fing es an
Marcel Reum - mit sechs Jahren als Schlagernachwuchsstar entdeckt / Großer Fan der "Amigos"
Von Katrin Lublow
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Steinbach: Einfach hin und weg - so fing alles an Seite 13
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Steinbach - Im vergangenen Jahr sang er auf zehn Konzerten und mit seinem verschmitzten Lächeln verzaubert er sein Publikum. Seine Fans kann er mittlerweile nicht mehr zählen. Der Nachwuchssänger ist kein Supertalent aus einer bekannten Castingshow, sondern ein Schüler aus Steinbach. Der neunjährige Marcel Reum singt leidenschaftlich gern. Jedoch nicht den Superhit "Poker Face" von Lady GaGa oder den Siegertitel "Anything But Love" von Daniel Schuhmacher. Weder Rock noch Popsongs. Nichts von dem: Marcel singt volkstümliche Schlager.

Angefangen hat alles mit einem Konzertbesuch bei den "Amigos". Das erfolgreiche Schlagerduo Bernd und Karl-Heinz Ulrich zog Marcel in seinen volkstümlichen Bann. Von dem Tag an sang er ihre Lieder rauf und runter. Tagein, tagaus dudelten die Hits der Amigos in seinem Zimmer. Marcel war einfach hin und weg. Bereits nach kurzer Zeit kannte er alle Lieder in- und auswendig.

Mit gerade einmal sechs Jahren entflammte in Marcel die große Leidenschaft zum Singen und zur volkstümlichen Musik. Sein Kinderzimmer verwandelte sich in ein Fan- und Musikzimmer. Voller Stolz präsentiert er sein Reich. Autogramme und zahlreiche Fotos von den Amigos zieren die Wände. Autogrammkarten, die keinen Platz mehr an der Wand fanden, sind lose und gut sichtbar vor Gegenständen platziert. Mützen und Bühnenoutfits liegen auf den Regalen. Ein modernes Keyboard, bestückt mit zahlreichen volkstümlichen Noten, steht auffordernd in der Ecke. Alles, was sich im Zimmer befindet, ist unweigerlich mit den Amigos verbunden.

Marcel drückt routiniert ein paar Knöpfe an seiner Soundanlage, schnappt sich das Mikrofon und fängt an zu singen. Ab und zu schließt er dabei seine Augen und legt seinen Kopf leicht zur Seite. Das Mikrofon schwingt er dabei gekonnt von einer Hand zur anderen.

Marcel singt, als würde er auf der Bühne stehen. Lediglich seine gemusterten Pantoffeln und die blaue Jogginghose verzerren das Bild ein wenig. Seine Stimme wirkt unschuldig, jungenhaft hell und kräftig zugleich. "Könnt ich doch nur zaubern", beschwört Marcel singend das Mikrofon. Er ist eines seiner Lieblingslieder, die eigens für ihn geschrieben wurden. Die Texte denkt sich sein Manager Jürgen Konrad aus. Auf einem Konzert der Amigos entdeckte er Marcel im Publikum.

Da er wieder einmal voller Freude und Leidenschaft alle Lieder mitsang, fiel Marcel dem Manager sofort auf. Ein Traum wurde wahr. Marcel durfte bei zahlreichen Konzerten der Amigos mit auf die Bühne und sang zusammen mit ihnen. Wenige Zeit später durfte er dann auch noch seine eigenen Lieder vor großem Publikum präsentierten. Aufgeregt sei er nie, sagt er. Bis heute hat Marcel zusammen mit Jürgen Konrad und dem Musiker Marco Hisserich zwei eigene CDs produziert. Eine ganze Stunde täglich musiziert er zusammen mit seinem Opa, der wohl mit Abstand der größte Fan von Marcel ist. Er unterstützt die musikalische Entwicklung seines Enkels, denn Marcels größter Wunsch ist es, Sänger zu werden. Doch die Schule gehe vor, lässt Opa Walter kurz einfließen.

Neben der Musik ist Marcel ein Hobbygärtner. Auf die Frage, was er alles angepflanzt hat, folgt stolz und präzise ein unendliche Auflistung: Spinat, Radieschen, Lauch, Bohnen, Salat, Salbei, Feldsalat, und, und ... In seinem Zimmer gedeihen zudem eine Eier- und Ketchup-Pflanze. Abends ist er gerne mit seinem neuen vollgefederten Mountainbike unterwegs und übt kleine Sprünge über angehäufte Kiesberge. Vielleicht gelingt ihm irgendwann auch noch der ganz große Sprung - als neuer Chart-Stürmer in der hart umkämpften Musikbranche.

 
 

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