Südthüringer Zeitung

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Erschienen am 01.02.2008 00:00
Geisaer Schloss
Stiftung soll im Juni einziehen
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus übergab Förderbescheide

GeisaDie weitere Sanierung des Geisaer Schlossensembles ist gesichert: Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU)

Althaus Fördermittel Bild vergrößern
Fördermittelübergabe im Geisaer Rathaus (v. l.): Werner Deschauer, Bauplaner Wilhelm Heumüller, Anneliese Deschauer, Landrat Reinhard Krebs, Bürgermeister Martin Henkel, Ministerpräsident Dieter Althaus, Zarghona Naim und Rolf Bechstedt vom Landesverwaltungsamt; dahinter Berthold Dücker (Vorsitzender des Fördervereins Point Alpha) und CDU-Landtagsabgeordneter Manfred Grob.
Bild: Sachs
überreichte gestern an Bürgermeister Martin Henkel (CDU) eine ganze Mappe mit Fördermittelbescheiden im Gesamtwert von rund 2,5 Millionen Euro. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln können nun das Gebäudeinnere des Schlosses sowie die Außenhülle des Amtsgerichtes samt Nebengebäuden inklusive ehemaliges Gefängnis und Remise auf Vordermann gebracht werden. Anfang Juni sollen die Sanierung von Schloss und Schlossplatz abgeschlossen sein, kündigte Henkel an. „Ich bin sehr froh darüber, dass wir für das Stadtschloss eine Nutzung gefunden haben, die für die weitere Entwicklung der Region und für den Bekanntheitsgrad der Stadt Geisa von außerordentlicher Bedeutung ist. Am 17. Juni werden wir die beiden oberen Etagen des Schlosses der Point Alpha Stiftung zur Nutzung übergeben“, sagte der Bürgermeister. „Die Bürger unserer Stadt sind froh und stolz darauf, dass die Stiftung ihren Sitz in Geisa hat.“ Dankbar äußerte sich der Bürgermeister über das Engagement des Ministerpräsidenten für die Gedenkstätte Point Alpha und die Point Alpha Stiftung.

Ganz besonders begrüßte Martin Henkel Anneliese Deschauer aus Bochum und ihren Mann, den Geisaer Ehrenbürger Werner Deschauer. Die Werner-Deschauer-Stiftung unterstützt seit Jahren eine Vielzahl von Projekten in Geisa. Anneliese Deschauer finanziert den kompletten Eigenanteil der Stadt an der Schloss-Sanierung. Henkel würdigte das Ehepaar Deschauer für ihre „großartige Unterstützung“. „Es ist einfach fantastisch, wie Sie sich für Ihre Heimatstadt Geisa engagieren“, sagte er.

„Ich finde es schön, dass das Geisaer Schloss Sitz der Point Alpha Stiftung wird“, erklärte Dieter Althaus und betonte, wie wichtig das Engagement dieser Stiftung ist, „damit das Buch der Geschichte nicht zugeklappt wird“. Besonders die nachfolgenden Generationen müssten erfahren, was die Teilung Deutschlands und die SED-Diktatur bedeuteten, dass die Menschen der DDR in Unfreiheit lebten und teilweise menschenunwürdig behandelt wurden. Althaus erinnerte in diesem Zusammenhang an die Zwangsaussiedlungen im Grenzgebiet der DDR, wodurch vor allem Angst in der Bevölkerung geschürt werden sollte. „Wichtig ist, dass Politik ihre Ziele langfristig im Auge behält und sich nicht dem Zeitgeist hingibt“, begründete er das Engagement zur Aufarbeitung der Geschichte. Der Ministerpräsident lobte, „dass hierfür in der Region so aktiv gearbeitet und viel Kraft aufgewendet wird.“ Wie es im vorigen Jahr gelang, kurzfristig die Point Alpha Stiftung auf die Beine zu stellen, bezeichnete Althaus als „Husarenstück, welches für die Zukunft dokumentiert werden muss“.

Die Sanierung des Schlosskomplexes und den Ausbau der beiden oberen Etagen des Stadtschlosses als Domizil der Point Alpha Stiftung nannte der Ministerpräsident „ein Werk für die Zukunft“. Das Geld, was hierfür investiert wird, werde gleichzeitig auch in Arbeitsplätze investiert – bei den am Bau beteiligten Firmen.

Wartburgkreis-Landrat Reinhard Krebs (parteilos, für CDU) versicherte, dass der Landkreis das Engagement in der Ulsterstadt auch künftig unterstützt. „Im Jahr 2008 wird sich einiges tun in Geisa“, sagte er, auch im Blick auf den Einzug der Point Alpha Stiftung in ihr Domizil.

Die Arbeiten an Dach und Fassade des Schlossgebäudes sind übrigens fast abgeschlossen. Auf Hochtouren laufen die Arbeiten an der Neugestaltung des Schlossplatzes. sach

 
 

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