Südthüringer Zeitung

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Erschienen am 29.09.2007 00:00
STADTRAT
Geisa bei Point-Alpha-Stiftung dabei
Fassade und Vorplatz des Schlosses werden saniert, anschließend Innenausbau des Stiftungssitzes
Die Stadt Geisa beteiligt sich mit 10 000 Euro an der Point-Alpha-Stiftung. Das beschloss der Stadtrat am Donnerstag einstimmig. Die Stiftung wird ihren Sitz im Geisaer Schloss haben.

GEISA – Die Länder Hessen und Thüringen, der Landkreis Fulda und der Wartburgkreis, die beiden Trägervereine der Gedenkstätte Point Alpha, die Stadt Geisa und die Gemeinde Rasdorf gründen eine Stiftung, deren Zweck es ist, den ehemaligen amerikanischen Militärstützpunkt Point Alpha und die in seinem Umfeld befindlichen Erinnerungsorte an die deutsche Teilung (auch auf hiesiger Seite) zu pflegen, zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Für uns ist wichtig, dass der Stiftungssitz nach Geisa kam“, sagte Bürgermeister Martin Henkel (CDU). Henkel ist sich sicher, dass Geisa und die gesamte Region „auch touristisch von der neuen Institution profitieren“ werden. Neben den 10 000 Euro bringt die Stadt Geisa ihre Grundstücke auf thüringischer Seite der Gedenkstätte Point Alpha in die Stiftung ein.

Das Anfangsvermögen der Stiftung liegt bei fast zehn Millionen Euro und soll perspektivisch den Betrieb und die Entwicklung der Gedenkstätte Point Alpha dauerhaft absichern. Darüber hinaus sollen auch wissenschaftliche Arbeit, die Erschließung, Erforschung und Bewahrung von Zeitdokumenten, Ausstellungen, pädagogische Arbeit, die Würdigung und Auszeichnung herausragender Verdienste um die friedliche Einigung Deutschlands und Europas sowie die Gründung und Förderung einer Akademie durch die Stiftung ermöglicht werden. „Wer zeichnet derzeit verantwortlich für die Gedenkstätte Point Alpha?“, wollte Josef Krenzer (Freie Wähler) wissen. „Die beiden Trägervereine“, antwortete Martin Henkel. „Point Alpha hing bislang am Engagement und der Verantwortung einiger weniger Personen, allen voran Berthold Dücker. Das konnte und durfte auf Dauer nicht so bleiben. Die Aufgabe der politischen Bildung ist eine Aufgabe der Politik“, erklärte der Bürgermeister. Künftig werde es einen Stiftungsrat geben, der durch die beiden Landesregierungen berufen wird; ebenfalls einen hochkarätig und auch international besetzten wissenschaftlichen Beirat.

In den beiden oberen Etagen des Geisaer Schlosses wird die Stiftung ihr Domizil haben, Räumlichkeiten, die selbstverständlich auch für die Öffentlichkeit nutzbar seien, etwa für kulturelle Veranstaltungen. Hubert Kritsch (CDU) fragte, inwieweit die Stadt die Räume im Schloss perspektivisch für sich selbst nutzen kann. „Bei ersten Überlegungen über die künftige Nutzung des Schlosses gab es Ideen, beispielsweise das Standesamt dort anzusiedeln“, sagte Henkel. „Seit rund zwei Monaten steht fest, dass die Stiftung nach Geisa kommt, und das hat natürlich Priorität.“ Zudem stehe das Erdgeschoss, das von der Stiftung nicht benötigt wird, zur Verfügung.

Das Schloss ist gegenwärtig eingerüstet und verhüllt: Handwerker erneuern Dach und Fassade. Auf das Dach werden Gauben aufgesetzt, wie sie früher in kleinerer Form schon einmal vorhanden waren. Die Denkmalbehörde gab bereits ihre Zustimmung. Komplett neu gestaltet wird auch der Schlossplatz. Bürgermeister Henkel würdigte das Engagement von Anneliese Deschauer aus Bochum, die den Eigenanteil der Stadt für die Schloss-Sanierung finanzierte. (sach)

 
 

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