Südthüringer Zeitung

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Erschienen am 28.07.2010 00:00
Vandalismus
Randalierer wüten in Rhön-Idylle
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Am Himmelfahrtstag wurde diese Sitzgruppe von Vandalen komplett zerstört. Fotos (2): privat
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Bermbach - Viel Freizeit investieren Mitglieder des Sängerwiesenvereins Bermbach, um den Rastplatz am Rad- und Wanderweg einladend und sauber zu gestalten. Schüler der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz betreuen seit Jahren mit ebenfalls großem Engagement den Naturlehrpfad an der Sängerwiese.

Um Wanderwege und deren Ausschilderung kümmert sich der Rhönklub - ebenfalls in ehrenamtlicher Arbeit. Viele Radfahrer und Wanderer nehmen diese Angebote gerne und lobend an. Dennoch ist die Freude getrübt, weil immer wieder Randalierer die geleistete Arbeit zerstören.

Klaus Schultes, Vorsitzender des Sängerwiesenvereins und langjähriger Leiter der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz, legt eine dicke Mappe auf den Tisch. Darin hat er die Randale der vergangenen Jahre in Wort und Bild dokumentiert. Eines der Fotos zeigt einen großen Haufen leerer Glühweinflaschen, direkt neben einem Abfallkorb am Radweg. Himmelfahrt 2008 zerstörten Unbekannte die massive Sitzgruppe am Rastplatz Kirchberg. Im selben Jahr wurden am Radweg Scheiben eines Infokastens am Radweg, ein Hinweisschild zur Sängerwiese und mehrere Nistkästen am Naturlehrpfad demoliert.

2009 zerstörten Randalierer unter anderem ein Wegkreuz und eine große Infotafel. Umweltsünder luden am Radweg mehrere Säcke Müll ab. Dieses Jahr wüteten wiederum am Himmelfahrtstag Randalierer im Raum Bermbach, verwüsteten Sitzgruppen und Hinweistafeln, ballerten auf dem Sängerwiesenplatz mit Farbgeschossen umher. Auch die Mariengrotte und Kreuzigungsgruppe wurde mit Farbmunition beschossen. Die Polizei ermittelt, bislang konnten die Randalierer allerdings noch nicht dingfest gemacht werden. Klaus Schultes ist empört über die Randale. "Diese Probleme nehmen zu", sagt er. Auch andere Vereine in der Region berichten immer öfter darüber, dass die Ergebnisse ihrer ehrenamtlichen Arbeit von Randalierern zerstört werden. Auch innerhalb der Orte wird randaliert und beschmiert. Schultes ist öfter mal in den österreichischen Alpen unterwegs. "Dort gibt es Rastplätze und offene Kapellen draußen in der Natur. Randale wie hier gibt es dort nicht", berichtet er.

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Zu Bruch ging auch diese Infotafel.
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Der Sängerwiesenverein beschäftigt momentan einen Ein-Euro-Jobber, der Wege und Plätze pflegt und auch Schäden reguliert. Um die Schäden am Radweg müsste sich der Landkreis kümmern, sagt Klaus Schultes. Er weiß, dass besonders kleinere Kommunen ohnehin schon Schwierigkeiten haben, Rad- und Wanderwege zu pflegen und zu unterhalten. Randale und Müllablagerungen verschärfen diese Probleme noch. Die Zahl der Gemeindearbeiter und ABM ging in den vergangenen Jahren aus finanziellen Gründen stark zurück, und die verbleibenden Mitarbeiter kommen nicht mehr rum. "Allein in der Bermbacher Flur haben wir sechs überdachte Sitzgruppen. Drei davon hat unser Ein-Euro-Jobber schon freigeschnitten", berichtet Klaus Schultes. Er fordert, dass Vereine, Kommunen und vor allem die Bevölkerung zusammenarbeiten im Kampf gegen Randalierer und regt eine gemeinsame Beratung unter Beteiligung der Polizei an, um nach Wegen zu suchen, wie man diesem zunehmenden Problem wirkungsvoll begegnen kann. Der Vereinschef bittet vor allem die Leute, die Augen aufzuhalten, damit Randalierer nicht mehr anonym bleiben. sach

 
 
 

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