Von "Geschmeiß" hat schon Joseph Goebbels gebrüllt, wenn er in seinen Hetz- und Hasstiraden auf Intellektuelle und Journalisten zu sprechen kam. Die heutigen Nachfahren der Nazis benutzen den Begriff nun einmal wieder. Das journalistische "Geschmeiß" setzte die NPD am Wochenende bei ihrem Bundesparteitag in Berlin kurzerhand vor die Tür. Und Bilder gab's auch keine, weil Fotoreporter nicht bereit waren, die von ihnen geforderten Personalausweise und Privatadressen vorzulegen. Immerhin drang aus dem Sitzungssaal heraus, dass es dort eine "Schlammschlacht" um die künftige Führung der rechtsextremistischen Partei gegeben hat, die der bisherige Vorsitzende Udo Voigt für sich entschied. Und dass auch der parteiinterne Spendenskandal, der die Neonazis in allernächster Zeit in die Pleite führen könnte, Thema gewesen sei. Nachher gab's auf einer Pressekonferenz dann doch noch die Verlautbarung, dass die NPD und ihre Gesinnungsgenossen von der DVU den braunen Liedermacher Frank Rennicke zur Wahl um das Bundespräsidentenamt aufmarschieren lassen wollen. (Nebenbei: Allein schon diese Nominierung zum Amt unseres Staatsoberhauptes ruft den berühmten Satz Max Liebermanns sofort wieder ins Gedächtnis: "Ick kann jar nicht so viel fressen, wie ick kotzen möchte.") Die Bilanz des rechten Wochenendes:
Es ist wieder einmal deutlich geworden, dass die parteipolitisch organisierten braunen Horden wesentlich schlechter
organisiert sind, als sie das nach außen immer weismachen wollen. Das mag man insgesamt begrüßen, es nützt nur nichts, wenn sie mit ihren taktisch geschickten Rattenfängermanövern dann doch so viele Wählerstimmen einfahren, dass sie in demokratische Parlamente einziehen können. Auch hier in Thüringen. Deshalb muss man den Menschen, die (aus welchen Gründen auch immer) mit den Neonazis sympathisieren, immer wieder vor Augen halten: Die Ideologie dieser Leute ist unmoralisch und menschenverachtend. Und die Truppen, die die vermeintlich heile deutsche Welt versprechen, sind chaotisch und gefährlich. Wer sie wählt, unterstützt Unmoral, Menschenverachtung, Chaos und Gefahr. - So viel zum braunen Berliner Wochenende vom Südthüringer Geschmeiß.










