Ehrenwert, dass ZDF und ARD zur Aufklärung von Doping im Sport beitragen wollen. Noch besser wäre es, wenn die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten dieses Betätigungsfeld auch auf andere gesellschaftliche Bereiche ausdehnen würden. Aber wen interessiert es schon, dass sich Künstler und Manager ebenfalls mit leistungssteigernden Mitteln versorgen?
Wie dem auch sei, es ist gut, dass der Betrug durch Doping zumindest im Sport öffentlich gemacht wird. Dass dies vornehmlich vor Höhepunkten, wie Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen passiert, sensibilisiert die Menschen für das Thema. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber bitte mit fundierten und stichhaltigen Aussagen. Was ARD und ZDF mit ihren jüngsten Beiträgen aus den Hut gezaubert haben, ist ein alter Hut. Schon vor zwei Jahren wurden mysteriöse Vorgänge um die Wiener Blutbank Humanplasma in die Welt posaunt. Auf die seinerzeit vollmundig angekündigten deutschen Dopingsünder aus dem Biathlon- und Langlauflager warten die Fernsehzuschauer noch immer. Diesmal werden Pauschalverdächtigungen von hochrangigen österreichischen Sportfunktionären und die Aussage eines anonymen Sportlers, der sich nur mit Kapuzenshirt im Halbdunkel vor die ARD-Kamera wagt, als Kronzeugen für Dopingmissbrauch von deutschen Sportlern bemüht. Hallo, ihr Herren Dopingjäger von ZDF und ARD, so geht das nicht. Nennen Sie die Sportler beim Namen oder lassen Sie diese Pseudorecherchen in der Schublade! Das ist schlechter Journalismus. Wahrscheinlich fühlten sich die Verantwortlichen für die ARD-Sendung "Geheimsache Doping - Eiskalter Betrug" selbst nicht ganz wohl mit ihrem nichtssagenden Beitrag, sonst hätten sie ihn nicht am Dienstag um 0.15 Uhr gesendet, sondern zur besten Sendezeit. Auf alle Fälle haben die dafür verantwortlichen Damen und Herren schon einmal vorgesorgt. Sollten sich die Mutmaßungen von Dopingmissbrauch mit Hilfe der Wiener Blutbank tatsächlich bestätigen, dann sind sie die medialen Vorkämpfer. Wenn nicht, dann war es eben ein Flop, über den schnell Gras gewachsen sein wird.
Ressort Klartext
Erschienen am 10.02.2010 00:00
KLARTEXT
So geht das nicht!
Von Gert Hellmann
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