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Am 6. November startet der neue Bond-Film in den deutschen Kinos: "Ein Quantum Trost".
Bild: 2008 Sony Pictures Releasing GmbH
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Viel Lob prasselte auf "Casino Royale" herein, wobei es sich vor allem auf das Debüt Daniel Craigs konzentrierte. Blond hin, blond her - ihm wurde bescheinigt, Bond in eine sichere Zukunft führen zu können. Inhaltlich indes litt der Film unter unübersehbaren Defiziten. Es ging um eine Banalität, ein Pokerspiel. Und auch die Tatsache, dass Bond plötzlich wieder am Anfang seiner Karriere stand und das in die Gegenwart transferiert wurde, nahm nicht jeder klaglos hin. Film zwei mit dem sperrigen Titel "Ein Quantum Trost" schließt nun erstmals direkt an einen Vorgänger an. Nur eine Stunde ist vergangen.
Erst einmal aber knallt und kracht es. Die erste Verfolgungsjagd von vielen findet per Pkw statt und weist den Weg, den dieser Film geht. Nahaufnahme, Schnitt, Steady-Cam, Schnitt, Nahaufnahme, Schnitt, Zeitlupe, Schnitt, Explosion. Bei keiner der allesamt auf diese Weise in Szene gesetzten Actionsequenzen ist es auch nur annähernd möglich, eine Art Ablauf des Geschehens nachvollziehen zu können. Kameramann Robert Schaefer, der schon so beschauliche Filme wie "Wenn Träume fliegen lernen" in Szene gesetzt hat, macht MTV hoch drei. Optik kommt vor Inhalt, Effekt vor Logik. Dass "Ein Quantum Trost" dabei noch deutlich weiter geht als andere Actionfilme unserer Tage, überrascht schon, zumal der Film auch sonst mit der Marke "Bond" bewusst fahrlässig umgeht.
Denn: Dies hier könnte auch irgendein Agent sein. Keine technischen Gimmicks, keine wesentlichen Flirts mit Angestellten, kein Kontrahent, der die Welt erobern will. ja, sogar der Satz "Bond. James Bond" fehlt. Nachdem die Öffentlichkeit dem neuen 007 nach dem ersten Film Absolution erteilte, reizen die Macher rund um Produzentin Barbara Broccoli diesen Blankoscheck maximal aus. Und drücken so sehr aufs Tempo, dass "Ein Quantum Trost" mit 103 Minuten einer der kürzesten Bonds aller Zeiten ist.
Klar, dass die rasche Abfolge der Ereignisse zu Lasten der Charaktere geht. Vorbei die Zeiten, in denen der Schurke sekundenlang seine schnurrende Katze streichelt. "Ein Quantum Trost" sieht den glänzenden Darsteller Mathieu Amalric in der Rolle des Bösen. Er spielt den rücksichtslosen Geschäftsmann Dominic Greene, der Regierungen und Geheimdienste gegeneinander ausspielt, um das Regime in Bolivien zu stürzen. Vor allem aber, um sich persönlich zu bereichern.
Das neue Bond-Abenteuer geht auch in dieser Hinsicht mit der Zeit. Schwarz und Weiß gibt es nicht mehr, stattdessen verfolgt jedes Land, jede Organisation ihre eigenen Interessen und sucht sich seine Verbündeten dafür. Und mittendrin: ein deutlich gereifter James Bond, der sich diesmal als unnahbar, humorfrei und berechnend präsentiert. Getrieben ist 007 vor allem von Rache, denn die kriminelle Organisation, die er jagt, ist verantwortlich für den Tod seiner Freundin Vesper im letzten Film.
"Ein Quantum Trost" punktet im Vergleich zu seinem Vorgänger zum einen, weil er inhaltlich nicht so belanglos ist. Zum anderen präsentiert der Film einen reiferen, härteren Bond, der in dieser Form tatsächlich einzigartig im Kino ist. Selbst die Erinnerung an den stets hoch gelobten Sean Connery verblasst, spielte der doch noch den Gentleman mit erotischen Reizen, gelegentliches Augenzwinkern inklusive. Bond 2008 jedoch ist kein Gentleman mehr, sondern ein eiskalter Moralwächter. Und: Er ist kein sexuell Getriebener mehr. Mit Camille (Olga Kurylenko), die ihm früh bei seinen Ermittlungen begegnet und die typische Schnittstelle darstellt zwischen Gut und Böse, geht er nicht einmal mehr ins Bett.
Immerhin: Bond-Girl zwei (Gemma Arterton) bedient alle klassischen Elemente. Sie hat einen hübschen Namen (Agentin Fields), keine wesentliche Funktion, erliegt Bonds Charme und stirbt dafür den Opfertod, den es früher noch in jedem 007-Film gab. Dass ihr Ableben eine offensichtliche Hommage an die berühmteste Frauenleiche in der Geschichte Bonds ist ("Goldfinger"), dürften Fans geradezu mit Freude zur Kenntnis nehmen. Ebenso wie die Rückkehr von US-Agent und Bond-Kumpel Felix Leiter, nun von dem dunkelhäutigen Darsteller Jeffrey Wright gespielt. Dass Felix Leiter eigentlich schon seit 1989 ("Lizenz zum Töten") kaum mehr diensttauglich ist, sei nur am Rande erwähnt. Die Transformation des Anfänger-Bonds in die Gegenwart bleibt ohnehin eine inhaltliche Verrücktheit, gegen die Bobby Ewings Rückkehr von den Toten zurück in die Dusche seiner Ehefrau grundlogisch erscheint.
"En Quantum Trost" ist ohne Frage ein starker Actionfilm, zügig erzählt, mit einer hochinteressanten Story, die auf der Höhe der Zeit ist. Bond reist dabei so viel wie selten: Haiti, London, Italien, Bolivien und nicht zuletzt Bregenz, wo während der "Tosca"-Aufführung die herausragendsten Minuten des Films stattfinden. Hier paart Forster Action mit Handlung, schafft große, nachhaltige Bilder und gibt seinem Abenteuer eine größere Dimension.
Nicht zuletzt zeigt der Film aber einen Hauptdarsteller, der die Rolle des James Bond inzwischen verinnerlicht hat, ohne auch nur ansatzweise einen seiner Vorgänger kopieren zu wollen. Doch die Leichtigkeit, mit der die alten Abenteuer daherkommen, das Spielerische und nicht zuletzt auch der Humor fehlen ebenso wie all jene typischen Bond-Kennzeichen, die dem Zuschauer künftig wohl portionsweise zurückgegeben werden sollen.
| Filmname | James Bond 007: Ein Quantum Trost |
| Regisseur | Marc Forster |
| Schauspieler | Daniel Craig, Mathieu Amalric, Dame Judi Dench |
| Jahr | 2008 |
| Land | GB |
| Genre | Action |
| Verleih | Sony Pictures |
| Starttermin | 06.11.2008 |
weiterführende Links:
Mediafiles:
Videofiles:
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Zum zweiten Mal James Bond: Daniel Craig.
Bild: 2008 Sony Pictures Releasing GmbH
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Diesmal wird James Bond (Daniel Craig) nicht mehr mit einem nichtigen Auftrag abgespeist.
Bild: 2008 Sony Pictures Releasing GmbH
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M (Dame Judi Dench) weiß noch nicht, ob sie James Bond (Daniel Craig) vertrauen kann.
Bild: 2008 Sony Pictures Releasing GmbH
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Der Schurke (Mathieu Amalric, vorne) und seine rechte Hand (Anatole Taubmann).
Bild: 2008 Sony Pictures Releasing GmbH
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Überraschung: Bond (Daniel Craig) und sein Girl (Olga Kurylenko) haben diesmal keine Affäre.
Bild: 2008 Sony Pictures Releasing GmbH
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James Bond (Daniel Craig) und Agentin Fields (Gemma Arterton) mischen sich bei Greenes Spendenparty in Bolivien heimlich unter die Gäste.
Bild: 2008 Sony Pictures Releasing GmbH
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Verfolgungsjagd zu Fuß: James Bond (Daniel Craig) will einen Verräter stellen.
Bild: 2008 Sony Pictures Releasing GmbH
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James Bond (Daniel Craig) ist meistens auf der Jagd, nur selten auf der Flucht.
Bild: 2008 Sony Pictures Releasing GmbH
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Das neue Abenteuer von James Bond (Daniel Quaig) knüpft direkt an "Casino Royale" an.
Bild: 2008 Sony Pictures Releasing GmbH
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Die Eröffnungssequenz des Films besteht aus einer actionreichen Auto-Verfolgungsjagd.
Bild: 2008 Sony Pictures Releasing GmbH
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Genießt als Bond bei den Fans einen guten Ruf: Daniel Craig.
Bild: 2008 Sony Pictures / Danjaq, LLC
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Marc Forster führte Regie beim neuen Bond-Film "Ein Quantum Trost".
Bild: 2008 Sony Pictures / Danjaq, LLC
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Regisseur Marc Forster (rechts) setzte den neuen Bond-Film in Szene. Links: Daniel Craig, Mitte: Dame Judi Dench.
Bild: 2008 Sony Pictures / Danjaq, LLC
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